„Beim Biathlon muss man den Kopf in den Griff bekommen“
Im Gespräch: Biathlontrainer Gerd Schelble
Seit wann engagieren Sie sich im Biathlon?
Als Trainer des Fördervereins „Sport-Talent“ bin ich seit zehn Jahren dabei. In dieser Zeit habe ich etwa 30 Kinder und Jugendliche trainiert. Ich habe aber schon vorher beim Training geholfen, denn meine Tochter Lisa hat sich mit neun Jahren selbständig bei der Biathlongruppe angemeldet. Damals habe ich als Vater beim Training mitgeholfen.
Biathlon wird seit Gründung des Fördervereins „Sport-Talent“ 2003 unterstützt. Was bedeutet das konkret?
Ohne den Förderverein gäbe es keine Biathlongruppe. Der Verein hat die Einsatzbereitschaft der Biathlon Luftgewehrwaffen finanziert und stellt uns einen VW Bus für die Fahrten zu unseren Trainingsstätten am Silberg, an der Scharitzkehl , in Ruhpolding und für die Fahrten zu den Wettkämpfen zur Verfügung. Der Verein hat sich mit den Schulen für die Vereinbarkeit von Sport und Lernen sensibilisiert, das ist uns wichtig.
Wie viele Kinder und Jugendliche trainieren Sie?
Aktuell trainiere ich nur fünf Jugendliche in der Schülerklasse, d.h. bis 15 Jahre. Wir könnten noch interessierte Kinder gebrauchen. Wer Lust hat, kann sich jederzeit melden und beim Training zuschauen.
Ab welchem Alter kann man Biathlon ausüben, und welche Vorrausetzungen braucht man?
Etwa ab 12 Jahren, ideal ist, wenn die Kinder bereits langlaufen können. Wer sehr interessiert ist, kann das Langlaufen aber auch erst bei der „Sport-Talent“ Langlaufgruppe lernen. Das macht den Einstieg natürlich etwas härter. Erfahrungsgemäß tun sich Kinder leichter, die bereits Ski Alpin fahren, sehr gut Schlittschuh laufen oder aus einer Laufsportart kommen. Unser Ziel ist es aber vor allem, den Kindern ihren Wunschsport zu ermöglichen.
Biathlonwettkämpfe haben im Fernsehen regelmäßig hohe Einschaltquoten. Was begeistert ihre Trainingsgruppe am Biathlon?
Biathlon ist eine schwierige Sportart, die fordernd und anspruchsvoll ist, gleichzeitig aber sehr viel Spaß macht. Wir trainieren Laufen und Schießen. Die Kunst ist dann, beides miteinander zu verbinden. Es braucht Disziplin und mentale Stärke, wenn man daneben schießt. Das Training enthält sehr viele positive Aspekte: Beweglichkeit, Schnellkraft, Ausdauer und Muskelaufbau und vor allem psychische Stabilität und Belastbarkeit. Außerdem gibt es beim Biathlon kaum Verletzungen.
Wie oft wird trainiert?
Wir trainieren von Mai bis März, der April ist Ruhemonat. Das bedeutet bis zu fünf Trainingseinheiten pro Woche. Im Winter trainieren wir alle Techniken des Langlaufs und das Schießen, im Sommer zusätzlich Crosslauf mit Koordination und Grundfertigkeiten. Da kann auch schon mal ein Klettersteig oder eine Mountainbike Tour angesetzt werden. Natürlich benutzen wir auch Skiroller.
Auf wie vielen Wettkämpfen sind Sie unterwegs?
Insgesamt sind wir auf etwa 15 Wettkämpfen unterwegs, davon finden zwei bis drei im Sommer statt. Die Kinder brauchen eine Langlaufausrüstung, die Waffen für die Schüler werden vom Förderverein gestellt. In der Schülerklasse wird mit Luftgewehren geschossen, ab Jugend wird mit Kleinkalibern trainiert.
Wie schaut es mit den Talenten aus?
Wir haben erfolgreiche junge Biathleten wie z.B. Michael Willeitner, Matthias Dorfer, Niklas Homberg und Theresa Jost hervorgebracht. Bei der Jugendweltmeisterschaft 2011/12 in Kontiolahti stammten von acht deutschen Teilnehmern allein drei aus unserer Biathlongruppe. Niklas Homberg wurde zweifacher Jugend Olympiasieger 2012 in Innsbruck. Matthias Dorfer hat diese Saison gerade die Goldmedaille in der JWM Staffel 2014 in Presque Isle, Maine, USA, gewonnen.
Ein Schnuppertag für Biathlon findet am Freitag, 28. März, um 15 Uhr (Ausweichtermin bei schlechtem Wetter ist Samstag, 29.März) auf den Loipen Scharitzkehl in Berchtesgaden statt.
Pressemitteilung Sport-Talent (is)
17. März 2014
Isabel Stöckl



