„Ich möchte Aufbauarbeit leisten“
Snowborad Trainerin Amalie Jansing über rasante Abfahrten und den Sprung ganz nach oben
Berchtesgaden (is/01.12.2014) „Sport-Talent“, der Förderverein Talentzentrum Wintersport in Berchtesgaden, hat es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Menschen aus dem Berchtesgadener Land optimale Trainingsmöglichkeiten im Wintersport zu ermöglichen. Ziel ist es vor allem, Kinder und Jugendliche für den Sport zu begeistern. Herausragende Talente werden auf dem Weg zum Spitzensport unterstützt und begleitet. In einer Serie stellte der Berchtesgadener bereits die Sportarten Eishockey, Langlauf, Biathlon, Eiskunstlauf, Rodeln, Skeleton und Ski Alpin mit ihren verantwortlichen Trainern oder Trainerinnen und deren Arbeit mit dem heimischen Wintersport-Nachwuchs vor. Heute geht es um Snowboard. Der Berchtesgadener Anzeiger sprach mit Amalie Jansing, die für Sport-Talent seit November den Bereich Snowboard aufbaut und die Jüngsten als Trainerin betreut.
Frau Jansing, wie sind Sie zum Förderverein gekommen?
Ich bin ja selbst lange aktiv Snowboard gefahren. Als Jugendliche habe ich mit Skifahren begonnen und bin dann ziemlich schnell auf Snowboard umgestiegen. 1992 war das noch eine Randsportart, ich habe meine ersten Versuche damals am Skytop gemacht, als ich dort als Skilehrerin bei den Amerikanern gearbeitet habe. Ich habe dann bei der Bundeswehr Sportfördergruppe trainiert und bin 1995 Deutsche Meisterin im Snowboard Alpin geworden. Meine sportliche Karriere habe ich 2001 beendet und den Trainerschein C gemacht. Inzwischen bin ich verheiratet und habe drei Kinder, die alle Snowboard fahren. Der Förderverein „Sport-Talent“ ist auf mich zugekommen. Ich habe gerne zugesagt, und bringe jetzt den Kleinen von ca. 4 bis 9 Jahren die Grundlagen bei.
Das bedeutet, zu Ihnen können die kleinsten Snowboarder ohne Vorerfahrung kommen?
Ja, im Gegensatz zu den anderen Gruppen von Sport-Talent, wo schon gute Grundlagen vorausgesetzt werden, möchte ich Aufbauarbeit leisten. Zur Zeit sind sechs Kinder in meiner Gruppe, ein Junge und fünf Mädchen. Wir freuen uns, wenn noch mehr Kinder vorbeischauen und mitfahren.
Wie sieht das Training mit Kindern dieser Altersgruppe aus?
Wir treffen uns im Sommer bis zum Start der Wintersaison einmal die Woche in der Rodlerhalle in Berchtesgaden und machen da ein zweistündiges, spielerisches Training. Es geht um Geschicklichkeit und Koordination, die Kinder sollen vor allem Spaß an der Bewegung haben. Sobald es die Schneelage erlaubt, gehen wir in die heimischen Skigebiete. Wir fahren zweimal die Woche von 14 bis 16 Uhr, das ist völlig ausreichend. Zuletzt waren wir gemeinsam mit anderen Snowboardtrainern sogar schon am Kitzsteinhorn, das war für die Kinder ein tolles Erlebnis.
Was müssen die Eltern leisten?
Die Eltern müssen die Kinder zum Training bringen und abholen. Und Sie sollten selbst Spaß daran haben, ihre Kinder beim Snowboarden zu erleben.
Können interessierte Kinder und Eltern einfach vorbeischauen?
Ja, jederzeit gerne. Wir sind jeden Mittwoch ab 14 Uhr in der Rodlerhalle, hier können interessierte Kinder jederzeit hineinschnuppern. Im Winter sind wir auch an den Wochenende in den heimischen Skigebieten unterwegs. Dort kann man mit Kindern jeden Alters einfach vorbeischauen.
Wie schaut es beim Snowboard mit den heimischen Talenten aus?
Wir haben in den anderen Trainingsgruppen einige Kinder und Jugendliche, die bereits den Sprung in Kader von Snowboard Germany geschafft haben. Mit der Silbermedaillengewinnerin Anke Karstens (Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ) und dem diesjährigen Weltcupgewinner Alexander Bergmann haben bereits zwei Talente aus dem Talkessel den Sprung ganz nach oben geschafft.
Sie arbeiten als Altenpflegerin, haben drei Kinder und leiten die Trainings. Wie schaffen Sie das?
In meiner Zeit als Profisportlerin habe ich Disziplin gelernt und mich früh selbst organisiert. Davon profitiere ich jetzt.
Wer Interesse am Snowboarden hat, kann mit Amalie Jansing jederzeit Kontakt aufnehmen. Alle Trainerkontakte findet man unter www.sport-talent.de
Text und Bild:
Isabel Stöckl

